Das Wichtigste in Kürze
- Honorarberatung ist eine unabhängige Finanzberatung, die Sie über ein transparentes Honorar direkt bezahlen, ganz ohne Provisionen.
- Rechtliche Grundlage ist die Zulassung als Honorar-Finanzanlagenberater nach §34h GewO.
- Weil der Berater nicht an Produkten verdient, entfällt der Interessenkonflikt der Provisionsberatung.
- Abgerechnet wird über Stundensatz, Pauschalhonorar oder laufende Betreuung, immer vorab bekannt.
Was ist Honorarberatung?
Honorarberatung bezeichnet eine Finanzberatung, bei der der Kunde den Berater direkt bezahlt, über ein vorab vereinbartes Honorar. Der Berater erhält keine Provisionen von Versicherungen, Banken oder Fondsgesellschaften. Damit unterscheidet sich die Honorarberatung grundlegend von der klassischen Provisionsberatung, bei der die Vergütung in den Produktkosten steckt.
Der Gedanke dahinter ist einfach: Wer den Berater bezahlt, bestimmt, in wessen Interesse er arbeitet. Weil das Honorar unabhängig vom empfohlenen Produkt ist, steht die objektiv passende Lösung im Vordergrund, nicht der Abschluss eines provisionsstarken Produkts.
§34h GewO: die gesetzliche Grundlage
Die Bezeichnung Honorarberater ist nicht bloß ein Werbeversprechen, sondern gesetzlich geregelt. Wer Finanzanlagen gegen Honorar vermittelt, benötigt eine Zulassung als Honorar-Finanzanlagenberater nach §34h der Gewerbeordnung (GewO).
Diese Zulassung verpflichtet dazu, ausschließlich auf Honorarbasis zu arbeiten und keine Provisionen anzunehmen. Die Zulassung ist im öffentlichen Vermittlerregister einsehbar. Für Verbraucher ist das ein verlässliches Prüfmerkmal, mehr dazu im Beitrag Honorarberater finden.
Wie funktioniert Honorarberatung? Die Vergütungsmodelle
Bezahlt wird die Honorarberatung über eines von mehreren Modellen:
- Stundensatz: flexibel, ideal für punktuelle Fragen oder eine Zweitmeinung. Üblich sind 150 bis 300 Euro inkl. MwSt.
- Pauschal- bzw. Festhonorar: ein fester Betrag für eine klar definierte Leistung, etwa ein Anlagekonzept oder eine Ruhestandsplanung.
- Laufende Betreuung: eine dauerhafte Begleitung, meist als Prozentsatz des betreuten Vermögens oder als monatliche Pauschale.
Entscheidend ist: Die Kosten sind vorab bekannt und transparent. Eine detaillierte Übersicht der Preise finden Sie im Beitrag Kosten Honorarberater.
Honorarberatung und Provisionsberatung im Vergleich
Der wichtigste Unterschied liegt in der Vergütung und damit in den Anreizen:
- Honorarberatung: Honorar direkt vom Kunden, keine Produktbindung, keine versteckten Kosten.
- Provisionsberatung: scheinbar kostenlos, tatsächlich über Abschluss- und Bestandsprovisionen in den Produkten bezahlt, mit eingebautem Interessenkonflikt.
Warum das über lange Zeiträume einen großen Unterschied macht, lesen Sie ausführlich im Beitrag Honorarberatung vs. Provisionsberatung.
Die Vorteile der Honorarberatung
- Unabhängigkeit: keine Provisionen, keine Bindung an bestimmte Anbieter.
- Transparenz: Sie wissen vorab genau, was die Beratung kostet.
- Volle Produktauswahl: auch provisionsfreie, besonders günstige Lösungen wie ETFs oder Netto-Tarife, die in der Provisionsberatung oft nicht angeboten werden.
- Kein Verkaufsdruck: Empfehlungen orientieren sich an Ihren Zielen, nicht an Abschlussquoten.
- Langfristige Kostenersparnis: Der Wegfall laufender Provisionskosten übersteigt über die Jahre häufig das gezahlte Honorar.
Wie läuft eine Honorarberatung ab?
Typischerweise in vier Schritten:
- Erstgespräch: unverbindliches Kennenlernen, Klärung Ihres Anliegens und der Rahmenbedingungen. Oft kostenfrei.
- Bestandsaufnahme: Ihre Situation, Ziele, bestehende Verträge und Vermögenswerte werden erfasst.
- Analyse und Konzept: Ihre Anlagen werden auf Kosten, Rendite und Risiko geprüft, daraus entsteht eine unabhängige Empfehlung.
- Umsetzung und Begleitung: auf Wunsch mit provisionsfreien Produkten und regelmäßiger Überprüfung.
Für wen eignet sich Honorarberatung?
Honorarberatung ist besonders sinnvoll, wenn Sie:
- langfristig anlegen und Vermögen aufbauen möchten,
- Wert auf Unabhängigkeit und Transparenz legen,
- bestehende Anlagen oder Versicherungen unabhängig prüfen lassen wollen,
- Ihre Altersvorsorge ohne Verkaufsdruck planen möchten, siehe Honorarberatung Altersvorsorge.
Auch bei der Frage, ob Ihre Fonds zu teuer sind, hilft eine unabhängige Einschätzung, zum Beispiel im Vergleich von ETF und aktiv gemanagten Fonds.
Fazit
Honorarberatung ist unabhängige Finanzberatung ohne Provisionen: Sie zahlen ein transparentes Honorar und erhalten dafür Empfehlungen, die allein an Ihren Interessen ausgerichtet sind. Rechtlich abgesichert durch die Zulassung nach §34h GewO, wirtschaftlich über lange Zeiträume oft günstiger als die Provisionsberatung, und vor allem frei vom Druck, etwas abschließen zu müssen. Wenn Sie eine unabhängige Ersteinschätzung wünschen, können Sie hier eine Honorarberatung anfragen.

